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Historie der Vertreibung

Noch vor der erzwungenen Migration der deutschen Bevölkerung aus den Siedlungsgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die erste Umsiedlung ein. Bereits im Rahmen des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages vereinbarten das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion 1939 vertraglich eine Aussiedlung deutschstämmiger Bevölkerung aus sowjetischen oder als der Sowjetunion zugehörig betrachteten Gebieten. Dies betraf die baltischen Staaten und Volksdeutsche in Südosteuropa. So wurden ab 1941 Bessarabiendeutsche, Buchenlanddeutsche und Dobrudschadeutsche zumeist ins Wartheland umgesiedelt. Diese Umsiedelungen verliefen oft chaotisch und desorganisiert.

Im weiteren Kriegsverlauf flohen Hunderttausende aus den Gebieten östlich der Oder und Neiße, der Tschechoslowakei, aus Ungarn und aus anderen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa am Ende des Zweiten Weltkriegs in den Westen. Ab Oktober 1944 setzten sich große Flüchtlingsströme aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs (Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Ostbrandenburg und Sudetenland) in Bewegung. Die Flucht wurde von deutschen Behörden auf Grund der näher rückenden Kriegsfront angeordnet. Hinzu kamen Berichte und Gerüchte über Massaker, Massenvergewaltigungen und Plünderungen seitens der Roten Armee und Partisanenverbänden. Parallel setzte in vielen Gebieten mit deutschen Minderheiten auch eine wilde Vertreibungen durch die ortsansässige nichtdeutsche Bevölkerung ein. In den von der Roten Armee eroberten Gebieten wurde dies oft verstärkt, durch Neusiedler die zuvor oft selbst vertrieben worden waren.

Nach dem Krieg legte im August 1945 das Potsdamer Abkommen fest, dass die Umsiedlung der Deutschen „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ zu erfolgen habe. Dieses Datum markiert den Zeitpunkt des offiziellen Übergangs von individueller und wilder Flucht zur organisierten und planmäßigen Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Darüber hinaus diente das Abkommen als Vorwand oder Legitimation für die millionenfache Vertreibung, die insbesondere auf der Grundlage der Bierut- und der Beneš-Dekrete vorgenommenen wurde. Schätzungen zufolge verloren mehr als 12 Millionen Menschen ihre Heimat und über 600.000 Menschen ihr Leben. Leider gelten heute noch zum Teil die menschenverachtenden und unwürdigen Dekrete.

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